Schweiz - Vor 40 Jahren begann Nouvelle Planète sein Engagement... Sein Gründer, Willy Randin, blickt auf die Anfänge der Organisation zurück und erzählt, was sie so nachhaltig gemacht hat.
Wie kamst du auf die Idee, Nouvelle Planète zu gründen?
„Meine Erfahrung als Direktor des Albert- Schweitzer-Spitals in Lambaréné in Gabun hat mich sehr geprägt. Dort habe ich mich intensiv mit dem Wirken und Denken dieses grossen elsässischen Arztes, Pfarrers und Theologen auseinandergesetzt. Albert Schweitzer war von einem umfassenden Respekt vor dem Leben beseelt, der sowohl den Menschen als auch die Tiere und die Natur umfasste. Seine Vision war für die Gründung von Nouvelle Planète von zentraler Bedeutung.“
„Nein, überhaupt nicht. Ein so starkes Wachstum war nicht vorstellbar. Am Anfang lebte Nouvelle Planète von Tag zu Tag und versuchte, finanzielle Mittel zu beschaffen. Ich habe vor allem durchgehalten, indem ich an die lokalen Partner dachte, die oft nur kurzfristige Projekte kennen. Mit der Zeit ermöglichten uns die Erfahrung und das Engagement der engagierten Personen, langfristig bestehen zu können.“
Was ist deiner Meinung nach das Besondere an Nouvelle Planète im Vergleich zu anderen NGOs?
„Das Know-how, denn wir verstehen die Begünstigten, indem wir hervorheben, was sie tun, was sie können und was sie tun wollen.
Auch die Förderung direkter und loyaler Beziehungen sowie des gegenseitigen Vertrauens mit unseren strategischen und lokalen Partnern vor Ort sind Stärken.“
Welches Projekt hat dich besonders beeindruckt? Warum?
„Viele haben mich beeindruckt, aber zum Beispiel in Vietnam zu sehen, wie Hügel von ethnischen Minderheiten wieder aufgeforstet wurden, nachdem ich sie kahl erlebt hatte, oder in ähnlicher Weise die indigenen Gemeinschaften im peruanischen Amazonas zu sehen, die riesige Waldflächen schützen. In Afrika habe ich die Arbeit der Frauen bewundert, die Initiativen entwickeln, um die Lebenssituation ihrer Familien zu verbessern.“
Wenn du auf diese 40 Jahre zurückblickst, worauf bist du am meisten stolz?
„Ich bin nicht unbedingt stolz, aber dankbar gegenüber allen, die zu diesen Bemühungen beigetragen haben: den SpenderInnen, den PartnerInnen, den MitarbeiterInnen. Das ist eine Gelegenheit, all denen zu danken, die uns unterstützen.“
Wie siehst du die Zukunft der Entwicklungshilfe?
„Man sollte aufhören, immer seine eigenen Ideen aufzudrängen und vielmehr verstehen, dass man von den Menschen und ihrem Wissen lernen kann. Ich glaube, dass diese zunehmend als Vorbild für eine ausgewogene und ökologische Welt dienen werden.“
Interview geführt von Laureline Hartmann

